Freitag, 9. August 2013

ein kleines bisschen zu viel Abenteuer

Nach 5 Tagen Arbeiten bei Murchie´s hatte ich mir meine 2 freien Tage verdient :)
Wie immer wollte ich die 2 Tage ausnutzen, Natur sehen, entspannen - der Plan war campen. In der Wildnis. Leider musste ich nach der Arbeit nochmal zur Wohnung um Sachen zu packen und deshalb haben wir die letzte Fähre nicht mehr bekommen. War aber kein großes Problem, unser Plan b war Thetis Lake. Um 10 Uhr abends sind wir dann also am Thetis Lake angekommen und beschlossen dort auf nem Campingplatz zu schlafen. Campingplatz sollte man aber nicht wörtlich nehmen , Campingplatz in Canada ist wie Wildcamping in Deutschland. Mindestens! :)
Unser Platz war direkt auf einer kleinen Lichtung unter einem Stein. Da ist hier gerade super war ist, konnten wir den Abend entspannt mit Käse und Brot auf dem Stein unter Sternenhimmel ausklingen lassen. Am nächsten Morgen sind wir dann erstmal in den Thetislake gesprungen - Morgendusche verstehst sich. Danach , bei strahlendem Sonnenschein mit der Fähre auf Salt Spring Island.
Wir hatten absolut keinen Plan was wir auf der Insel machen werden, der einzige Plan war campen mitten im Wald. Wildnis pur, was uns später auch zum Verhängnis wurde.
Auf der Insel angekommen waren wir erstmal total begeistert. Alles war so klein und niedlich, einfach zu friedlich für diese Welt.
Da die Insel so klein ist fahren nicht wirklich Busse also war mal wieder trampen angesagt. Die Frau, die uns mitnahm setzte uns dann direkt am Meer ab.
Perfekt dachten wir uns und liefen ein bisschen den Trail entlang, bis wir einen geeigneten Platz mitten im Wald fanden. Das war schon ein witziges Gefühl sein Zelt mitten im Nirgendwo aufzustellen.
Als das Zelt stand beschlossen wir den Abend am Strand ausklingen zu lassen. Essen kochen, Musik machen und Sonnenuntergang beobachten. Das haben wir auch alles gemacht. Es war so schön auf dieser kleinen Insel den Sonnenuntergang zu beobachten. Die vielen Boote, die leise auf dem Wasser schaukelten. So um 11 oder 12 beschlossen wir zu unserem Zelt zurück zu laufen. Als wir dann fast da waren hörten wir Geräusche. Lautes Knacken direkt bei unserem Zelt. Ich lief etwas hinter Andrew als er dann plötzlich stehen blieb. Seine Worte waren ungefähr : Marie da ist ein Tier. Ich kann die Augen sehen und bin mir ziemlich sicher , dass es ein großes Tier ist. Es starrt uns an , bitte bleib ruhig.
Innerhalb von Sekunden hatte er sein Bärenspray zur Hand.
Dann hat er mich gefragt ob ich sein Messer habe. Komischerweise kann ich mich daran nicht mehr erinnern, aber Andrew meinte auch ich stand die ersten Sekunden einfach nur unter Schock.
Da Andrew ziemlich viel Plan hat Outdoorsachen betrifft wusste er was zu machen war. Langsam , Rücken an Rücken damit unser Nacken nicht angreifbar ist , liefen wir zurück. Den ganzen Trail. Dabei musste ich ihm die ganze Zeit irgendwas erzählen. Als wir nach einer gefühlten Ewigkeit den Parkplatz vom Trail erreichten hatten wir super viel Glück!
2 Leute waren gerade dabei ihr Auto vollzuladen, also rannten wir zu ihnen und fragten ob sie uns mitnehmen könnten. Wir erklärten die ganze Geschichte und sie brachten uns bis in die Stadt. Das Ende der Geschichte ist, dass wir wir uns mitten in der Nacht in einem verdammt teurem Hotel niedergelassen haben. Ihr wollt nicht wissen was wir bezahlt haben , aber in dem Moment war uns das ziemlich egal. Wir werden nie erfahren was für ein Tier es war. Vielleicht war es nur ein Reh , aber es kann gut sein dass es ein Puma war , denn es gibt viele Pumas auf Salt Spring Island.
Aber hey ich lebe noch und mir geht es gut :)

Hier ist noch ein Bild von Willows Beach, also meine Wohngegend :)


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