Nach 5 Tagen Arbeiten bei Murchie´s hatte ich mir meine 2 freien Tage verdient :)
Wie
immer wollte ich die 2 Tage ausnutzen, Natur sehen, entspannen - der
Plan war campen. In der Wildnis. Leider musste ich nach der Arbeit
nochmal zur Wohnung um Sachen zu packen und deshalb haben wir die letzte
Fähre nicht mehr bekommen. War aber kein großes Problem, unser Plan b
war Thetis Lake. Um 10 Uhr abends sind wir dann also am Thetis Lake
angekommen und beschlossen dort auf nem Campingplatz zu schlafen.
Campingplatz sollte man aber nicht wörtlich nehmen , Campingplatz in
Canada ist wie Wildcamping in Deutschland. Mindestens! :)
Unser
Platz war direkt auf einer kleinen Lichtung unter einem Stein. Da ist
hier gerade super war ist, konnten wir den Abend entspannt mit Käse und
Brot auf dem Stein unter Sternenhimmel ausklingen lassen. Am nächsten
Morgen sind wir dann erstmal in den Thetislake gesprungen - Morgendusche
verstehst sich. Danach , bei strahlendem Sonnenschein mit der Fähre auf
Salt Spring Island.
Wir hatten absolut keinen Plan was wir auf
der Insel machen werden, der einzige Plan war campen mitten im Wald.
Wildnis pur, was uns später auch zum Verhängnis wurde.
Auf der
Insel angekommen waren wir erstmal total begeistert. Alles war so klein
und niedlich, einfach zu friedlich für diese Welt.
Da die Insel so
klein ist fahren nicht wirklich Busse also war mal wieder trampen
angesagt. Die Frau, die uns mitnahm setzte uns dann direkt am Meer ab.
Perfekt
dachten wir uns und liefen ein bisschen den Trail entlang, bis wir
einen geeigneten Platz mitten im Wald fanden. Das war schon ein witziges
Gefühl sein Zelt mitten im Nirgendwo aufzustellen.
Als das Zelt
stand beschlossen wir den Abend am Strand ausklingen zu lassen. Essen
kochen, Musik machen und Sonnenuntergang beobachten. Das haben wir auch
alles gemacht. Es war so schön auf dieser kleinen Insel den
Sonnenuntergang zu beobachten. Die vielen Boote, die leise auf dem
Wasser schaukelten. So um 11 oder 12 beschlossen wir zu unserem Zelt
zurück zu laufen. Als wir dann fast da waren hörten wir Geräusche.
Lautes Knacken direkt bei unserem Zelt. Ich lief etwas hinter Andrew als
er dann plötzlich stehen blieb. Seine Worte waren ungefähr : Marie da
ist ein Tier. Ich kann die Augen sehen und bin mir ziemlich sicher ,
dass es ein großes Tier ist. Es starrt uns an , bitte bleib ruhig.
Innerhalb von Sekunden hatte er sein Bärenspray zur Hand.
Dann
hat er mich gefragt ob ich sein Messer habe. Komischerweise kann ich
mich daran nicht mehr erinnern, aber Andrew meinte auch ich stand die
ersten Sekunden einfach nur unter Schock.
Da Andrew ziemlich viel
Plan hat Outdoorsachen betrifft wusste er was zu machen war. Langsam ,
Rücken an Rücken damit unser Nacken nicht angreifbar ist , liefen wir
zurück. Den ganzen Trail. Dabei musste ich ihm die ganze Zeit irgendwas
erzählen. Als wir nach einer gefühlten Ewigkeit den Parkplatz vom Trail
erreichten hatten wir super viel Glück!
2 Leute waren gerade dabei
ihr Auto vollzuladen, also rannten wir zu ihnen und fragten ob sie uns
mitnehmen könnten. Wir erklärten die ganze Geschichte und sie brachten
uns bis in die Stadt. Das Ende der Geschichte ist, dass wir wir uns
mitten in der Nacht in einem verdammt teurem Hotel niedergelassen haben.
Ihr wollt nicht wissen was wir bezahlt haben , aber in dem Moment war
uns das ziemlich egal. Wir werden nie erfahren was für ein Tier es war.
Vielleicht war es nur ein Reh , aber es kann gut sein dass es ein Puma
war , denn es gibt viele Pumas auf Salt Spring Island.
Aber hey ich lebe noch und mir geht es gut :)
Hier ist noch ein Bild von Willows Beach, also meine Wohngegend :)
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