Montag, 30. September 2013

Oma , ich lebe noch! :)

Hallo an alle da draußen! :) Ich weiß es sind Wochen vergangen, doch wir haben unseren Farmaufenthalt bei Steven und Franzi verlängert und so war es nicht möglich etwas zu schreiben. Heute sind wir weiter gezogen.
Es ist ein komisches Gefühl wieder "on the road" zu sein. Wir haben uns sehr an unsere Farm gewöhnt. Die Farm ist unser 2. zu Hause und die Kids sind uns total an Herz gewachsen, genauso wie Frazi und Steven. Es ist seltsam keine Jam-Abende mehr zu haben, kein Jägermeister mehr aus japanischen Teetassen zu trinken und nicht mehr im Dreck zu wühlen . Aber so läuft das wohl wenn man auf Reisen ist :)
Ich habe noch gar nicht vom Juan de Fuca Trail erzählt - unserem kleinem Trail Abenteuer. Gleich vorab, wir haben nicht den ganzen Trail geschafft. Barbara musste dann wieder in Victoria arbeiten, aber mir hat es gereicht. Am ersten Tag sind wir gar nicht mehr losgewandert. Wir waren zu spät dran, also haben wir nur noch unsere Zelte aufgebaut und dann super lecker am Strand gekocht! Der Sonnenuntergang war sehr beeindruckend. Wir haben quasi wie auf einem Campingplatz geschlafen, deswegen hatte ich auch keine Angst. Am 2. Tag ging es dann relativ früh morgens los. Es war anstrengender als ich es mir vorgestellt hatte, denn den Rucksack merkt man schon ziemlich auf den Hüften. Der Trail ging mitten durch den Wald. Überall Bäume, Moos, Farne... ziemlich schön und nicht zu heiß. Alle 5 Minuten haben wir ein paar laute "EEeyyyy hoooooo" s in den Wald gerufen, damit die wilden Tiere wussten : wir sind da. Am 2. Tag haben wir am Strand geschlafen. Das war gruuuusselig! Das Meer ist in der Nacht immer näher gekommen und die Steine haben sich während sie zusammen geschlagen sind angehört wie Tiere , die den Strand entlang laufen. Als Caro uns dann noch aufgeweckt hat, weil er ein Tier direkt an ihrem Zelt gehört haben war die Nacht für mich vorbei.
Wir haben aber überlegt. Ziemlich gerädert ging es dann am nächsten Tag weiter. Der schwierigste Teil des Trails stand an!
Stundenlang sind wir nur hoch und runter gelaufen. Teilweise war es super matschig. Es war wie im Dschungel, denn oft konntest du nicht weiter als 5-10 Meter sehen. Es kam mir aber gar nicht so anstrengend vor, denn langsam hatte ich mich an das laufen mit Rucksack gewöhnt. Außerdem waren wir an diesem Tag besonders motiviert, denn wir wussten dass am Chin Beach eine Hütte steht in der man schlafen kann. Schon am frühen Nachmittag hatten wir diese dann auch erreicht. Zwischendurch haben wir noch Dan getroffen. Lustigerweise auch deutsch und alleine unterwegs. Er hat sich uns dann angeschlossen und zusammen hatten wir unten am Strand ein Feuer.
Um zum Strand zu kommen mussten wir die Treppen nehmen. Dabei hab ich mich dann schön hingelegt. Erst auf die Knie und dann auf den Kopf. Ich bin zur Seite dann umgefallen und ein paar Büsche haben mich aufgefangen. Die haben mich ziemlich vor der Klippe geredet.
Nach der Nacht in der Hütte stand der letzte Tag wandern an. Das hat mir fast am besten gefallen. Wunderschöne Klippen, Wasserfälle. Total anders als die anderen Teile des Trails.
Als wir dann nach den 4 Tagen zurück in Victoria waren, war das erstmal ein ganz schöner Schock. Wir waren super dreckig und hungrig. Ich hatte das Gefühl alle starren uns an. Ich war echt froh danach wieder auf die farm zu gehen. Raus aus der City rein ins Farmleben. :)



Jetzt sind wir gerade bei Andrew s Verwandten in Norden von der Insel. In 2 Tagen reisen wir dann weiter nach Calgary. 14 Stunden Busfahrt und man hat das Gefühl man bewegt sich kaum. Total crazy. Danach geht es auf dei nächste Farm. In Bergen, das ist ganz in der Nähe von den Rockie Mountains. Wir sind gespannt :)

Dienstag, 3. September 2013

das große Abenteuer startet :)

Back to the city

Nach 2 Wochen kann ich mich mal wieder bei euch melden. Auf der Farm hatte ich kaum Internetzugang und deswegen war es eher schwieriger etwas zu posten. Dafür kann ich euch jetzt nach den vollen 2 Wochen ein umfassendes Feedback geben :)
Also die Farm, auf der wir gelebt haben ist circa 20 Minuten von jeglicher Zivilisation entfernt. Pure Natur und ein einfacher Lebensstandart, was mir persönlich total gefallen hat.
Wir haben jeden Tag gekocht, hauptsächlich mit dem Gemüse aus dem Garten. Brot haben wir ebenfalls selbst gebacken und das Fleisch kam von ihren eigenen Hühner und Truthähnen. Es ist genial, wenn man so einen Bezug zur „Quelle“ bekommt. Nicht einfach rein in den Supermarkt, Mangos aus Mexiko, Kiwis aus Neuseeland oder Äpfel aus Afrika in den Korb gepackt und das war´s. Hauptsache billig , ohne einmal das ganze System zu hinterfragen.
Steven und Frani , unsere Gasteltern die aber selbst erst Anfang bzw. Mitte 30 sind haben uns viel über das Anbauen von Pflanzen und das Verarbeiten erklärt. Sie haben uns einfach so nen richtig guten Eindruck in dieses ganze System gegeben. Manchmal war ich richtig deprimiert, weil wenn du anfängst ein bisschen darüber nachzudenken, wird dir schnell klar das es so wie es im Moment läuft nicht ewig weiter gehen kann.
Es ist cool mit seiner eigenen Farm quasi unabhängig von allem zu sein, aber es ist auch eine menge Arbeit. Wenn du nicht gerade am ernten bist, pflanzt du neue Samen oder sortierst Samen für das nächste Jahr oder du bist damit beschäftigt Gemüse und Obst einzukochen, zu trocknen bzw. anderweitig zu verarbeiten.
Ich kann jetzt jedenfalls Gemüse richtig anpflanzen, Beete aufbereiten, Tomaten trimmen, Feuerholz stapeln, Brot backen und noch ein paar andere Dinge.
Die Zeit hier will ich wirklich nicht missen, auch wenn wir durch Eddie und Win immer im Dauerstress waren. Hauptsächlich natürlich Steven und Franzi aber wir haben geholfen so gut es ging. Win ist gerade mal 16 Monate und Eddie 5. Zum Glück waren Franzis Eltern aus Deutschland jetzt für 6 Wochen hier und haben geholfen. Michi ist super cool und bringt uns immer zum lachen. Für ihn ist nämlich alles immer totaaaaaaaaaaal schön und ach alles totally crazy. Er lebt einfach ein bisschen in seiner eigenen Welt und das ist super so :)
Er hat mir gesagt ich muss auf jeden Fall versuchen nicht so deutsch zu sein. Durch Andrew bekomme ich auch ganz gut mit was das heißt „nicht-deutsch-sein“ ;)
Und zwar: lass dir nie die Ruhe nehmen, immer entspannt sein. Jeder 5 Minuten Talk kann schnell mal zum 2 Stunden Gespräch über Realität und Universum werden , einfach nicht weit voraus planen und so weiter. Ich mag das ziemlich gerne und bin glaube ich auf dem besten Weg meine „deutsche Art“ abzulegen ;)
Allein die Farm hat schon einiges verändert. Immer dreckige Fingernägel haben? Kein Problem. Dreckige Wäsche waschen? Nöö wieso wird doch morgen auch wieder dreckig.
Wie spät ist es? Total irrelevante Frage, wer muss wissen wie spät es ist? Uns so weiter und so fort ;)
Ich hab schon ein bisschen Angst jetzt wieder in die Stadt zu gehen, das wird sicher ein kleiner Kulturschock.
Dienstag reisen wir erstmal ab, ja erstmal. Franzi und Steven haben uns eingeladen wieder zu kommen. Sie wollen gerne das wir noch länger bei ihnen bleiben und das werden wir auch machen. Wahrscheinlich den September noch. Dienstag bis Samstag werden wir mit Barbara und Carlo aber erstmal den Juan de Fuca trail laufen.
Ich bin echt nervös, will es aber unbedingt machen. Unsere Freunde aus dem Hostel sind ihn gelaufen und haben dabei 2 Bären aus nächster Entfernung gesehen. Gerade ist wohl Bären Zeit weil so viele Beere im Wald reif sind. Andrew´s Kumpel hat den Trail vor ein paar Tagen versucht und musste abbrechen. Das Wetter war zu schlecht. Er hat sein Zelt aufgeschlagen und ist nachts aufgewacht weil komplett alles unter Wasser stand. Gerade ist wunderschönes Wetter und ich hoffe es hält an. Andrew hat jedenfalls kein gutes Gefühl für den Trail, aber ich denke das wird schon werden. Ich melde mich wenn ich wieder zurück bin. Sorry ist ein bisschen lang geworden :)